Altararbeit

In vielen Kulturen ist es üblich, einen (Haus)Altar zu halten. Ein besonders gestalteter, eingegrenzter Platz, an den verschiedene Energien eingeladen werden und der mit Liebe und Aufmerksamkeit betreut wird. 


Übliche Energien, die man dabei einlädt, sind die Ahnenkräfte, verschiedene Gottheiten, die Elemente etc. So ist es auch in der schamanisch/spirituellen Praxis möglich, einen Altar zu betreiben.


Kräfte, die wir dabei einladen können, sind Himmel und Erde, um eine Achse von oben nach unten zu schaffen, die vier Elemente, Erde, Wasser, Feuer, Luft, die zugleich für die vier Himmelsrichtungen stehen und vier Eckpunkte schaffen. Verbindet man nun durch Bewusstsein, oben und unten, mit den vier Eckpunkten, schafft man eine energetische Blase, den 'Heiligen Raum', ein weiteres wichtiges schamanisches Werkzeug. 


Der Heilige Raum erschafft eine energetische begrenzte Atmosphäre, in der man Kräfte konzentrieren und behütet arbeiten kann. Man ist darin bis zu einem gewissen Grad beschützt, von den kosmisch/irdischen Kräften behütet, jedoch nicht unantastbar, das will man im Schamanismus auch nicht sein, man will berührbar bleiben und berühren. Im Schamanismus schotten wir uns nicht ab, wir schauen hin. Wir suhlen uns noch richtig schön in der Sch***e, reiben uns damit ein, bevor wir sie wegräumen.


Weiters ist es möglich, die Pflanzen, die Tiere, die Steine, das Reich der Naturgeister einzuladen, je nachdem, welche Kräfte einem wichtig sind, mit welchen man arbeiten und welche man unterstützen möchte. Man kann dabei mit Platzhaltern arbeiten, Federn, Knochen, Steine, Dinge die für einen selbst, diese Kräfte symbolisieren. Die Platzhalter sollen dabei nicht einfach nur hübsch aussehen und der reinen Dekoration dienen, sondern wir verleihen ihnen durch unsere Aufmerksamkeit, die Kraft, mit der wir sie durch unser Bewusstsein aufladen. In weiterer Folge dienen sie uns bei der Arbeit zur Erinnerung und als Anker für die Kräfte, die wir einladen wollen.


Nun beginnt der eigentliche Akt. Nach Auswahl und Platzierung der Altargegenstände, wird er aktiviert. Eine Kerze angezündet, abgeräuchert, mit Wasser gesegnet, die Kräfte mit Gedanken, Worten, Klängen eingeladen. Es reicht oft, wenn wir die Kräfte einfach nur einladen, aber wir können auch Fragen, Bitten und Wünsche vorbringen. Weiters wird der Altar und somit die Kräfte gefüttert. Dies kann ein Herzensgruß sein, eine frische Blüte, Kräuter, Nüsse, Samen, Schokolade, was auch immer, eine kleine Dankesgabe, eine Aufmerksamkeit, ein Geschenk. Ich nehme bewusst Abstand davon, diese Gaben 'Opfer' zu nennen, da keine integeren Kräfte Opfergaben verlangen, diese haben sich eingebürgert, als destruktive Mächte sich eingeschlichen haben.


UND es ist von absoluter Relevanz, in welcher Geisteshaltung wir diese Gaben übergeben, mit Dank, Liebe, Freude, Hoffnung, Aufmerksamkeit, Hingabe, oder mit Unterwerfung, Angst, aus einer Schuld heraus. Kann ich ein 'Opfer' in liebevoller Geisteshaltung übergeben? Oder schwingt ein Schmerz, Druck oder das Ego darin mit? Grundsätzlich ist es egal, wie wir die Gaben benennen, es kommt darauf an, welche Geisteshaltung die Worte in uns auslösen.


Mit unserer Aufmerksamkeit füttern und stärken wir somit die eingeladenen Kräfte und sie können ihre Wirkung entfalten. Energie ist jedoch keine Einbahnstraße, wie im Kleinen, so im Großen, wie innen so außen, wie unten so oben, sind keine esoterischen Floskeln, sondern universelle Tatsachen. Wenn wir für eine Kraft arbeiten, kommt auch etwas zurück und umgekehrt. Somit ist der Betrieb eines Altars ein Austausch zw uns und den Kräften. Wir können von ihnen lernen, Themen transformieren, Energien einladen, Kräfte verstärken etc. Den Möglichkeiten sind dabei keine Grenzen gesetzt, es ist eine Form, Bewusstsein zu schaffen und uns aktiv schöpferisch einzubringen.